Seit dem 14. Oktober 2026 gibt es in Deutschland den IKEA Second-Hand-Marktplatz: Privatpersonen verkaufen dort ihre gebrauchten IKEA-Möbel direkt aneinander. Wir wollten nicht nur darüber schreiben, sondern selbst wissen, wie es sich anfühlt. Also haben wir die Seite am Handy geöffnet und unsere weiße HEMNES-Kommode eingestellt.

Was ist der IKEA Second-Hand-Marktplatz?
Es ist ein C2C-Marktplatz, auf dem ausschließlich IKEA-Produkte gehandelt werden, auch ältere Modelle. Mitmachen kann jede:r. Betrieben wird die Plattform von der Ingka Gruppe. Nach Testphasen in Spanien und Norwegen ist der Marktplatz bereits in Portugal, Polen, Schweden, Belgien und Großbritannien gestartet, jetzt folgt Deutschland.
Unser Selbsttest: So haben wir die HEMNES-Kommode eingestellt
Los geht es auf der Startseite mit „Jetzt verkaufen“. Die Seite fragt dann, wie wir das Angebot erstellen möchten: per Foto hochladen, in den eigenen IKEA-Einkäufen suchen oder manuell. Wir haben den Foto-Weg genommen und die Kommode einfach fotografiert, so wie sie bei uns steht, mit Pflanze und Kram obendrauf und einem Karton daneben.



Die Bilderkennung hat uns gleich mehrere HEMNES-Kommoden vorgeschlagen, wir mussten nur noch die passende antippen. Danach waren Titel und Produktdaten schon ausgefüllt, wir haben unsere eigenen Fotos ergänzt und den Zustand „Gebraucht“ gewählt. Beim Preis hat uns die Plattform 38,70 Euro vorgeschlagen, bei einem Normalpreis von 129 Euro, mit der Option „Verhandlungsbasis“. Das sind rund 70 Prozent unter dem Neupreis.



Zum Schluss zeigt die Seite einen Kartenausschnitt: Um die Privatsphäre zu schützen, wird nur ein ungefährer Standort angezeigt. Die Adresse muss stimmen, denn nach der Veröffentlichung lässt sie sich nicht mehr ändern. Dann ging das Angebot „zur Überprüfung“ raus. IKEA schreibt, dass die meisten Angebote in weniger als einer Minute veröffentlicht werden. Bei uns lagen vom ersten bis zum letzten Screenshot knapp vier Minuten, und die Anzeige stand auf „Aktiv“.



Wie läuft der Kauf und die Übergabe ab?
Käufer:innen können ein Gebot abgeben. Die Übergabe organisieren beide selbst, einen Transport- oder Versandservice gibt es nicht. Alles läuft über Abholung. Zahlungen außerhalb der Plattform sind nicht erlaubt: Das Geld bleibt zunächst beim Zahlungsdienstleister und wird 48 Stunden nach der Bestätigung durch die Käufer:innen freigegeben.
Was kostet es?
Verkäufer:innen zahlen weder Einstell- noch Verkaufsgebühren. Käufer:innen zahlen 5 Prozent Aufschlag für den Käuferschutz, der bis zum 1. Januar 2027 aber kostenlos ist. Wer sich den Erlös als IKEA-Guthabenkarte auszahlen lässt, bekommt zum Start 15 Prozent zusätzlich. Bei Banküberweisung gibt es diesen Bonus nicht.
Was ist ausgeschlossen?
Laut Medienberichten sind Matratzen, Haushaltsgeräte, Lebensmittel, zurückgerufene Produkte, veränderte Ware und Möbel anderer Marken nicht erlaubt.
Wie passt das zu IKEAs bisherigem Secondhand-Angebot?
Schon seit 2021 kauft IKEA gebrauchte Produkte über „Buyback & Resell“ gegen Guthaben zurück, im Geschäftsjahr 2025 waren es fast 686.500 Stück. Der neue Marktplatz ergänzt das: Statt der Rücknahme durch IKEA verkaufen die Kund:innen untereinander. Nach Angaben von IKEA liegen die Preise auf der Plattform im Schnitt etwa 60 Prozent unter dem Neupreis, das ist eine Unternehmensangabe. Der deutsche Secondhand-Markt für Einrichtung hatte 2024 laut IKEA ein Volumen von rund 2,1 Milliarden Euro, IKEA-Produkte machten davon 7,7 Prozent aus.
Unser Fazit
Das Einstellen war bei uns wirklich unkompliziert: Foto machen, Produkt antippen, Preis bestätigen, fertig. Produktdaten und Pflegehinweise sind schon hinterlegt, und der Käuferschutz ist fest eingebaut. Dafür gibt es nur IKEA-Ware, und wie bei jedem Marktplatz muss sich erst zeigen, ob Angebot und Nachfrage zusammenpassen. Wir sind gespannt, wie schnell sich jemand für unsere Kommode meldet, und auch, welche Zusatzleistungen noch dazukommen (Transporthilfen, Ersatzteil-Shop?).

