Artikel vom 13. Sept. 2020
Update am 20.11.2020 zu den Credits
Update am 16.02.2021 zu den Kosten der Taschen
Ich habe mir vorgenommen, nach und nach verschiedene Secondhand-Plattformen zu testen und euch von meinen Erfahrungen zu berichten. Dabei versuche ich möglichst objektiv zu bleiben, denn nur weil etwas bei mir nicht optimal funktioniert, muss das nicht heißen, dass es bei euch genauso läuft.
Falls ihr nicht wisst, was Sellpy ist, findet ihr hier das Unternehmensprofil.
Und falls euch interessiert, wie sich Sellpy derzeit in Deutschland aufstellt: Dazu habe ich ein Interview mit der Deutschlandchefin geführt. Das findet ihr hier.
Erfahrungen beim VERKAUF
Das Einsenden
Als Erstes bestellt man sich eine Sellpy-Tasche. Man kann bis zu drei Stück auswählen. Die Taschen sind ziemlich groß und ich habe am Ende 21 Artikel in einer einzigen untergebracht.





Trotzdem muss ich sagen, dass es sich seltsam angefühlt hat, einfach alle Sachen lose in die Tasche zu werfen. Deshalb habe ich zuerst alles in einen Karton gepackt und diesen anschließend in die Sellpy-Tasche gesteckt.
Zu jeder großen blauen Tasche erhält man außerdem eine grüne „Spendentasche“. Dort kann man Dinge hineingeben, die man spenden möchte, um sich die 1-Euro-Gebühr für das Einstellen bei Sellpy zu sparen.
Seit Anfang 2021 kosten die Taschen 1,95 Euro. Darin sind allerdings bereits die Kosten für den Rückversand enthalten.
So sah das Ganze bei mir aus:
In meinem Paket befanden sich insgesamt 21 Artikel, die ich hier für euch aufgelistet habe. Die Liste werde ich in den nächsten Wochen aktualisieren:
- G-Star-Jacke Herren (habe ich zurücksenden lassen)
- Karen-Millen-Kleid (neu) (habe ich zurücksenden lassen)
- Selected-Blazer Damen (habe ich zurücksenden lassen)
- Clarks-Sandalen Damen (habe ich zurücksenden lassen)
- Scratch-Karte (verkauft für 6,00 € – mein Anteil: 1,40 €), verkauft in Woche 6
- Staub-Auflaufform (verkauft für 13,50 € – mein Anteil: 5 €), verkauft in Woche 3
- Salomon-Schuhe Damen (verkauft für 30 € – mein Anteil: 11,60 €), verkauft in Woche 3
- Tiger-of-Sweden-Kleid (verkauft für 33,50 € – mein Anteil: 13 €), verkauft in Woche 1
- Selected-Jeans Herren (verkauft für 16,50 € – mein Anteil: 13 €), verkauft nach 8 Wochen
- Selected-Hemd Herren (habe ich zurückschicken lassen)
- Unisa-Pumps (habe ich zurückschicken lassen)
- Minimum-Rock (habe ich zurückschicken lassen)
- O’Neill-Rucksack (neu) (habe ich zurückschicken lassen)
- Royal-Republiq-Boots (habe ich zurückschicken lassen)
- Ankle-Cuff (habe ich zurückschicken lassen)
- H&M-Viktor-&-Rolf-Pullover (habe ich zurückschicken lassen)
- COS-Hemd Herren (verkauft für 20 € – mein Anteil: 7 €), verkauft in Woche 5















Das Einstellen
Etwa fünf Tage nach dem Versand erhielt ich eine E-Mail mit dem Link zu meinem eigenen Sellpy-Shop. Dort konnte ich die vorgeschlagenen Preise noch einmal anpassen und die Artikel anschließend live schalten.
Nach 48 Stunden wären die Artikel automatisch mit den von Sellpy vorgeschlagenen Preisen online gegangen.

Der Erlös
Während ich die Preise angepasst habe, liefen in meinem Kopf eigentlich zwei verschiedene Bewertungen gleichzeitig ab:
- Der Preis, den ich persönlich noch als realistischen Wert des Artikels empfinde.
- Der Betrag, der am Ende tatsächlich bei mir landet.
Bei Artikeln unter 50 Euro erhält man ungefähr 40 Prozent des Verkaufspreises. Nur der Anteil über 50 Euro wird mit 90 Prozent vergütet. Da ich keines meiner Teile über 50 Euro bewertet hatte, fiel meine Auszahlung insgesamt eher gering aus.
Auch die Produktfotos fand ich zwar okay, aber ehrlich gesagt gefallen mir meine eigenen Bilder auf Marktplätzen besser. Dort erkennt man die Farben oft genauer und ich fotografiere gezielt Details, die interessant sind – zum Beispiel Sohlen oder Absätze bei Schuhen.
Bei Sellpy kann man zwar neue Bilder beantragen, aber ich weiß nicht, ob diese dann wirklich detaillierter ausfallen. Das Setup bleibt ja letztlich dasselbe.
Als ich mir das alles genauer angesehen habe, wurde mir klar, dass ich einige hochwertigere Teile vermutlich lieber nicht hätte einschicken sollen – zum Beispiel das neue COS-Kleid oder den O’Neill-Rucksack.
Wenn diese verkauft werden, zahle ich indirekt über 20 Euro Gebühren für den Verkauf. Bei Schuhen, die nur 10 Euro wert sind, fallen dagegen vielleicht nur 6 Euro Gebühren ins Gewicht.
Ich habe tatsächlich kurz darüber nachgedacht, mir die hochwertigeren Sachen wieder zurückschicken zu lassen. Andererseits ist das Ganze ja ein Test und ich wollte sehen, wie sich die Preise entwickeln.
Normalerweise wäre ich außerdem etwas skeptisch gewesen, ob Sellpy bereits genug Traffic auf der eigenen Plattform hat. Gleichzeitig wusste ich aber, dass die Artikel zusätzlich auch bei eBay gelistet werden – und dort gibt es definitiv genug Reichweite.
Hier geht’s übrigens zu meinem Shop. Bisher habe ich erst drei Artikel verkauft.
CONTRA
Da ich bei momox fashion beispielsweise pauschal etwa 10 Euro für ein COS-Kleid bekommen hätte, bedeutet das: Wenn das Kleid bei Sellpy unter 25 Euro verkauft wird, wäre ein Direktverkauf für mich wahrscheinlich sinnvoller gewesen.
PRO
Um wirklich den maximalen Preis für jedes Teil zu erzielen, müsste man allerdings auf mehreren Plattformen gleichzeitig aktiv sein – und genau das ist extrem zeitaufwendig.
Der große Vorteil bei Sellpy besteht darin, dass man wirklich alles einsenden kann und sich danach um nichts mehr kümmern muss. Andere Plattformen bedeuten entweder viel Arbeit oder kaufen bestimmte Kategorien gar nicht erst an.
Erfahrungen beim KAUF
Nachdem ich so viel Zeit auf der Plattform verbracht hatte, habe ich mir natürlich auch das Sortiment angesehen – und dabei einige Dinge entdeckt, die mir richtig gut gefallen haben.
Wie in anderen Online-Shops kann man Produkte auf eine Favoritenliste setzen. Der Unterschied bei Sellpy: Die Preise sinken jede Woche weiter.
Ohne lange um den heißen Brei herumzureden: Sellpy hat mein inneres Schnäppchen-Gen komplett aktiviert.
1. Wenn man etwas wirklich haben will, sollte man sofort zuschlagen.
Ich hatte ein unglaublich schönes Paar Schuhe zu einem wirklich guten Preis entdeckt und wollte noch etwas warten. Am Ende waren sie weg. Und wenn man so tickt wie ich, denkt man noch wochenlang daran.
2. Wenn man etwas zwar schön findet, aber nicht unbedingt braucht, kann man warten, bis der Preis stark gefallen ist.
Während ich diesen Artikel geschrieben habe, habe ich übrigens schon wieder etwas bestellt.
Bis zu einem Bestellwert von 70 Euro fallen 6,95 Euro Versandkosten an.
Was mich allerdings wirklich stört: Die Artikel werden einzeln verschickt, sobald man sie kauft. Genau darüber wollte ich unbedingt mit Alexandra in meinem Interview sprechen. Das Interview findet ihr übrigens hier.
CONTRA
Wenn Produkte an unterschiedlichen Tagen den gewünschten Preis erreichen, wird alles einzeln verschickt. Ideal fände ich es, wenn man Artikel zwar direkt kaufen und bezahlen könnte, aber selbst entscheiden dürfte, wann genug im Warenkorb gesammelt wurde, um alles gemeinsam versenden zu lassen.
Vielleicht bin ich damit aber auch ein Sonderfall. Das Konzept verleitet mich einfach dazu, beim niedrigsten Preis zuzuschlagen. Und da die Artikel nicht gleichzeitig günstig werden, bestelle ich dadurch relativ häufig.
Verglichen mit eBay, wo die Ware ebenfalls aus verschiedenen Orten verschickt wird, dürfte die Umweltbilanz wahrscheinlich ähnlich sein. Trotzdem fühlt es sich anders an, wenn man weiß, dass eigentlich alles aus einem gemeinsamen Lager stammt.
PRO
Man kann echte Schnäppchen machen und gleichzeitig werden die Produkte weiterverwendet, statt weggeworfen zu werden.
Sellpy Credits
Am 20.11.2020 wurden bei Sellpy sogenannte Credits eingeführt. Diese kann man entweder über Gutscheine erwerben oder durch Verkäufe verdienen.
Wenn ein Artikel verkauft wird, kann man sich den Erlös entweder auszahlen lassen oder in Sellpy Credits umwandeln.
Fazit zu meinem Sellpy-Test
Ich werde Sellpy in Zukunft vermutlich eher zum Kaufen nutzen als zum Verkaufen.
Aktuell macht es mir – auch wegen dieses Blogs – noch zu viel Spaß, meine Sachen selbst auf Marktplätzen einzustellen und direkt mit Käuferinnen und Käufern zu kommunizieren.
Und natürlich gefällt mir auch der Gedanke besser, am Ende 90 Prozent des Verkaufspreises selbst zu behalten. Außerdem finde ich meine eigenen Produktbilder einfach schöner 🙂

