Was ist eigentlich ein Marktplatz?

Artikel vom 15. Jan. 2020

Bei Online-Marktplätzen handelt es sich um digitale Plattformen, auf denen verschiedene Händler ihre Waren anbieten können. Diese Waren können auch gebraucht sein. Die wohl bekanntesten Online-Marktplätze in Deutschland sind Amazon und eBay.


Wie funktioniert ein Online-Marktplatz genau?

Ein Online-Marktplatz übernimmt praktisch die Funktion eines Marktleiters. Er ermöglicht es Händlern – aber auch Privatpersonen –, ihre Produkte über die Plattform zum Verkauf anzubieten. Der Marktplatz selbst sorgt für ein funktionierendes System: ausreichend Traffic (viele Besucher), eine stabile und ansprechende Plattform sowie eine positive Kundenerfahrung.

Im Idealfall kümmert er sich auch um rechtliche Aspekte, etwa darum, dass keine Fälschungen oder gestohlene Waren verkauft werden und dass Kunden ihre Bestellungen tatsächlich erhalten. Er stellt also die Regeln auf – und Händler, die diese nicht einhalten, können ausgeschlossen werden. Manche Marktplätze bieten zusätzlich Services wie interne Bezahlsysteme (z. B. Kleiderkreisel).

Viele Händler nutzen Marktplätze ergänzend zu ihren eigenen Shops. So können kleine Online-Shops und stationäre Läden ihre Reichweite erhöhen. Auch große Unternehmen verkaufen über Marktplätze, darunter ReCommerce-Anbieter wie momox. Beispiele sind Shops wie Medimops auf Amazon und eBay oder Ubup, das über eBay international verkauft.

Wenn du einen Marktplatz nutzt, musst du dich als Verkäufer um vieles selbst kümmern. Der Marktplatz stellt dir die Plattform zur Verfügung und erhält dafür meist eine Provision.


Welche Vor- und Nachteile hat ein Marktplatz?

Vorteile beim Verkauf:

  • Eigener Verkaufspreis (oft höher als bei ReCommerce-Unternehmen)
  • Fast alle Produkte (außer z. B. Lebensmittel, Kosmetik, Medizin) können verkauft werden
  • Große Reichweite

Vorteile beim Einkauf:

  • Direkter Kontakt mit Verkäufern (Fragen möglich)
  • Preisverhandlungen möglich
  • Große Auswahl
  • Möglichkeit zur Selbstabholung

Nachteile beim Verkauf:

  • Zeitaufwendig (Erstellung, Kommunikation, Versand)
  • Einzelverkauf statt gebündelter Verkäufe
  • Preisverhandlungen und Diskussionen
  • Zahlungsabwicklung kann kompliziert sein
  • Nicht jeder Kontakt führt zum Verkauf

Nachteile beim Einkauf:

  • Kein Rückgabe- oder Reklamationsrecht bei Privatverkäufen
  • Uneinheitlicher Kundenservice
  • Unterschiedliche Zahlungsmethoden
  • Risiko bei Versand (z. B. beschädigte oder fehlende Ware)

Welche Marktplätze gibt es in Deutschland?

Man unterscheidet vier Arten:

  1. Privatperson → Privatperson (z. B. Kleiderkreisel, eBay Kleinanzeigen)
  2. Händler → Privatperson (z. B. Refurbed, Hey.Car)
  3. Händler & Privatpersonen → Privatperson (z. B. Amazon & eBay)
  4. Händler → Händler (z. B. Amazon Business, Zentrada, Restposten.de)

Viele Plattformen bieten sowohl Neuware als auch gebrauchte Produkte an, wodurch die Einordnung oft nicht eindeutig ist. Auch Plattformen wie Etsy haben sich weiterentwickelt und umfassen heute verschiedene Anbieterarten.

Der beliebteste Marktplatz für Gebrauchtes in Deutschland ist weiterhin eBay. Daneben gibt es viele spezialisierte Plattformen – etwa für Kleidung, Fahrzeuge oder Möbel.


Lohnt sich ein Marktplatz?

Verkauf:
Marktplätze sind flexibel und ermöglichen individuelle Preise, aber sie erfordern Zeit und Geduld.

Einkauf:
Man kann Schnäppchen und besondere Einzelstücke finden, muss jedoch Zeit investieren und Risiken abwägen.


Marktplätze gab es schon immer – die Digitalisierung macht es heute einfach, gebrauchte Dinge einer großen Anzahl potenzieller Käufer anzubieten, insbesondere solche, die ReCommerce-Unternehmen nicht annehmen.