Artikel vom 8. Sept. 2020
Die Deutsche Kleiderstiftung sammelt als Hilfsorganisation seit über 60 Jahren bundesweit gebrauchte und neue Textilien, um sie im besten Fall für humanitäre Projekte zu verwenden. Mit den Kleiderspenden und den Erlösen aus der Verwertung unterstützt sie Kleiderkammern und soziale Projekte im In- und Ausland.

Der Organisationssitz ist in Helmstedt. Die Deutsche Kleiderstiftung ist auch ein wichtiges Mitglied des Vereins FairWertung. (Hier geht es zu dem Interview mit Thomas Ahlmann, dem Geschäftsführer des Vereins FairWertung, mit dem ich Anfang dieses Jahres ein Interview zu Altkleiderspenden führen durfte.)
Hier könnt ihr alle Standorte finden, an denen ihr Kleidung an die Deutsche Kleiderstiftung geben könnt. Eike erzählte mir im Interview, dass die Zahl der Paketspenden seit Corona zugenommen habe und dass die Qualität dort sowie in den Zweimalschön-Filialen viel besser sei als bei anonymen Spenden in Containern oder Körben.
Was passiert mit der Kleidung?
Die Deutsche Kleiderstiftung versucht, Kleidung dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wird. Das bezieht sich sowohl auf den osteuropäischen Kontext als auch auf Deutschland selbst. Hier wird Kleidung an Kleiderkammern, Kleiderstuben und Sozialkaufhäuser für Bedürftige wie Flüchtlinge, Obdachlose und Menschen mit geringem Einkommen weitergegeben.
In Osteuropa werden sechs Projekte unterstützt. Diese befinden sich in Russland, der Ukraine, Moldawien, Rumänien, Albanien und Weißrussland. Weltweit hat die Deutsche Kleiderstiftung Projekte in Brasilien, Indien und Togo. Hier hilft sie nicht nur mit Kleidung, sondern auch finanziell mit Erlösen aus der verkauften Kleidung in den eigenen Läden (siehe unten) und der Verwertung unbrauchbarer Textilien. Dazu wird mit einem Projektpartner kooperiert, der eine Reißerei betreibt. Das ist dann ihr Charity-Malervlies.
Neben den zahlreichen Projekten, die die Deutsche Kleiderstiftung initiiert, betreibt sie auch zwei eigene Ladenkonzepte.
Zweimalschön

Zweimalschön gibt es seit 2013 und mittlerweile in vier deutschen Städten.
Es richtet sich vor allem an Frauen zwischen Mitte dreißig und Ende fünfzig, würde ich sagen. Man findet dort alles Mögliche, aber auch sehr standortbezogen. Mich persönlich spricht das Sortiment generell nicht an, aber auch ich habe dort schon den ein oder anderen Schatz gefunden. Eike erzählte mir im Interview, die Deutsche Kleiderstiftung sei stolz darauf, den Kundinnen das Bewusstsein für Charity-Shopping näherbringen zu können. Meistens seien das eben Kundinnen, die Secondhand eher kritisch gegenüberstünden. Man wollte sich damals eher als Boutique etablieren – mit hoher Qualität, nicht unbedingt was die Marken angeht, sondern den Zustand der Teile – und weg vom Sozialkaufhaus-Charakter kommen. Es wird nicht gestopft, die Sachen sollen atmen können und die Kundinnen auch.
In den Läden kann man selbst auch Ware abgeben und spenden. Diese wird dann direkt dort verkauft oder an die Zentrale zum Sortieren weitergeleitet.
BERLIN – Prenzlauer Berg – Danziger Str. 22
BRAUNSCHWEIG – Ölschlägern 35
HELMSTEDT – Magdeburger Tor 15
MAGDEBURG – Ulrichplatz 9
rack ’n white charity club

rack ’n white ist das ganz neue Konzept der Kleiderstiftung. Bisher gibt es nur einen Laden in Berlin-Mitte. Er richtet sich an eine junge Zielgruppe Anfang bis Mitte zwanzig. Der Laden hat kurz vor Corona aufgemacht und soll bald auch einen zugehörigen Online-Shop erhalten. Dort findet man junge Mode und tolle Vintage-Teile, die Spaß am Anziehen machen. Letztens habe ich auch ein paar tolle Armed-Angels-T-Shirts gefunden. Wenn ihr mehr zu dem Konzept erfahren wollt, lest am besten hier das Interview mit Eike, der hinter diesem Konzept steckt.
BERLIN – Mitte – Brunnenstraße 12
Beide Konzepte sind ab dem 9.09.2020 in Berlin am Hermannplatz in der dritten Etage von Karstadt im RE-USE-Konzept auf ca. 300 qm vertreten.
Quellen:
Interview mit Eike Müller von rack ’n white charity club
