Franckly – StockX für gebrauchte Design-Objekte

Artikel vom 6. Okt. 2020

Franckly kenne ich bereits seit etwa einem Jahr. Damals hatte ich die Plattform allerdings als irgendeinen Möbel-Marktplatz aus Finnland abgestempelt. Bis mir letzte Woche plötzlich eine Werbung von Franckly in meinem Instagram-Feed angezeigt wurde.

Und wow – da hat sich in einem Jahr wirklich einiges verändert.

Das gesamte Konzept wurde weiterentwickelt und erinnert inzwischen stark an den Weg, den auch StockX eingeschlagen hat. Franckly ist heute mehr als nur ein Marktplatz für gebrauchte Designobjekte aus dem Bereich Home & Living – es ist fast schon eine Wertbörse für Designstücke.

Aber beginnen wir ganz von vorne.

Was ist Franckly?

Franckly ist ein kuratierter Online-Marktplatz, auf dem gebrauchte Designobjekte wie Möbel, Lampen, Geschirr oder Dekorationsartikel gekauft und verkauft werden können.

Und ja: kuratiert ist hier wirklich das entscheidende Wort.

Ähnlich wie bei StockX werden nicht einfach beliebige Produkte hochgeladen. Stattdessen sind nur bestimmte, zuvor von Franckly gelistete Produkte für den Handel zugelassen.

Dadurch warten Interessenten teilweise bereits auf bestimmte Objekte, noch bevor überhaupt jemand diese zum Verkauf anbietet.

Da die Plattform zum großen finnischen „Finnish Design Shop“ gehört, verfügt Franckly bereits über umfangreiche Produktdaten, professionelle Bilder und Herstellerinformationen. Außerdem gibt es – anders als bei Kleidung oder Schuhen – kein Chaos mit Größenvarianten.

Franckly lebt im Grunde von seiner Datenbank.

Denn genau dadurch können Käufer Produkte bereits beobachten oder Kaufangebote hinterlegen, bevor überhaupt ein konkretes Objekt verfügbar ist.

Wenn man sich später als Verkäufer anmeldet und ein Produkt einstellt, warten im Idealfall bereits potenzielle Käufer darauf.

Wie funktioniert Franckly genau?

Ich erkläre es am Beispiel der Marke Architectmade und ihrer bekannten Holzfiguren.

Das Produkt „Duckling“ ist bereits samt Herstellerinformationen und Produktbildern auf der Plattform hinterlegt.

Wenn ich nun genau dieses Produkt verkaufen möchte, muss ich lediglich Fotos meines eigenen Exemplars hochladen, den Zustand beschreiben und meinen Wunschpreis festlegen.

Andersherum kann ich aber auch als potenzieller Käufer ein Preisangebot hinterlassen oder dem Produkt folgen. Sobald jemand das Objekt einstellt, werde ich automatisch benachrichtigt.

Zusätzlich wird immer auch der aktuelle Neupreis angezeigt. Und natürlich kann man das Produkt – Überraschung – direkt über den Finnish Design Shop neu kaufen.

Sollte ein Produkt noch nicht in der Datenbank existieren, kann man es dem Franckly-Team vorschlagen.

Wenn sich Käufer und Verkäufer auf einen Preis einigen, zahlt der Käufer zunächst an Franckly. Erst nachdem der Käufer bestätigt hat, dass das Objekt wie beschrieben angekommen ist, erhält der Verkäufer sein Geld.

Zum ersten Geburtstag führte Franckly außerdem eine neue Zahlungsoption ein: Verkäufer können sich ihren Erlös auch als Gutschein für den Finnish Design Shop auszahlen lassen. In diesem Fall entfallen sogar die Servicegebühren.

Private und gewerbliche Verkäufer

Besonders spannend finde ich, dass nicht nur Privatpersonen über Franckly verkaufen dürfen.

Auch gewerbliche Händler können dort Überbestände oder B-Ware anbieten.

Ein Rückgaberecht gibt es allerdings nur bei gewerblichen Verkäufern.

Seit wann gibt es Franckly?

Franckly ist ein Tochterunternehmen des finnischen „Finnish Design Shop“, der bereits vor über 16 Jahren gegründet wurde.

Die Plattform selbst startete erst im August 2019 und war zum Zeitpunkt dieses Artikels gerade einmal ein Jahr alt.

CEO vom „Finnish Design Shop“ & „Franckly“ – Teemu Kiiski.

Die Idee dahinter: den Lebenszyklus von Designobjekten verlängern, den Wiederverkauf vereinfachen und ein internationales Netzwerk aus Designliebhabern aufbauen.

Zahlen aus dem ersten Jahr

  • Über 500 Verkäufer
  • Besucher aus 181 Ländern
  • Käufer und Verkäufer aus 23 Ländern konnten die Plattform bereits nutzen

Im ersten Jahr war Franckly unter anderem aktiv in:

Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, den Niederlanden, Portugal, Schweden und Großbritannien.

Seit August 2020 kamen weitere Länder hinzu, darunter Österreich, Polen, Spanien, Griechenland und Luxemburg.

Die Top-3-Länder nach Besuchern waren:

  1. Finnland
  2. Großbritannien
  3. Italien

Fazit

Ich finde Franckly ehrlich gesagt ziemlich spannend.

Vor allem deshalb, weil die Plattform nicht einfach nur gebrauchte Möbel verkauft, sondern versucht, Designobjekte ähnlich wie Sammlerstücke oder Sneaker zu behandeln – also mit langfristigem Wert, Markttransparenz und einer Community aus Menschen, die gezielt nach bestimmten Objekten suchen.

Und genau das unterscheidet Franckly für mich von klassischen Kleinanzeigen-Portalen.