Artikel vom 25. Jan. 2020
Schrille Musik, ein cooler Rap und alles, was man online von Katzenvideos gelernt hat – auf einmal, und voilà: Die Grover-Werbung ist fertig. Aber was macht das Unternehmen eigentlich?
„Grover schenkt dir die Freiheit des Mietens.“

Grover ist einer der Marktführer im europäischen Miet-Commerce für Unterhaltungselektronik. Als ich das erste Mal auf Grover stieß, war das tatsächlich aufgrund ihrer Werbung. Ich konnte diesen Ohrwurm einfach nicht mehr loswerden.
Die Werbung ist eher ein Musikvideo, und der Raptext beschreibt ihre Zielkunden. Das Lied nervt, ist witzig und bleibt im Kopf. Insbesondere der Ausdruck, dass man sich Technik jetzt auch „miet’sen“ kann. Glaubt ihr nicht, dass das im Kopf bleibt? Bei Saturn war ich ganz verblüfft, als ich einen Kunden sagen hörte: „Ich hab mir bei euch dieses Handy gemiezt.“ Aber bevor ich jetzt über das gewagte Marketing schreibe – was ja bisher mein Beruf war –, schreibe ich euch lieber mal zusammen, was Grover genau macht, und poste das Video dazu, damit ihr euch selbst ein Bild machen könnt. Aber Vorsicht: Seid nicht böse, wenn ihr später einen Ohrwurm habt.
Was machen die genau?
Grover ist ein Servicedienstleister. Das Unternehmen vermietet Technikartikel auf Monatsbasis, bis zu einem Jahr. Früher nur über die eigene Plattform grover.com, mittlerweile auch online und offline mit Partnern wie MediaMarkt, Saturn, Gravis, Conrad und Tchibo (dadurch auch Produkte, die Grover nicht auf Lager hat).
„Der Erfolg des ‚Product-as-a-Service‘-Geschäftsmodells“
Der Vorteil an diesem Service ist, dass man die Mietdauer jederzeit von 1 bis 12 Monaten anpassen kann und das Gerät, wenn man es am Ende behalten will, sogar abkaufen kann. Nach einer bestimmten Mietdauer – also wenn der Originalpreis quasi abbezahlt ist – besteht die Möglichkeit, das Produkt für einen symbolischen Euro zu kaufen. Diese Dauer hängt vom Produkt und der gewählten Mindestlaufzeit ab und wird dir vor der Bestellung im Mietkorb angezeigt.
Bei der GoPro HERO 7 Black waren es zwischen 15 und 23 Monaten (Monatspreis zwischen 19,90 und 29,00 Euro). Neu bei Amazon kostet sie aktuell ca. 300,00 Euro.
Vor allem für Kunden, die sich nicht auf ein Produkt festlegen wollen oder es nur für eine bestimmte Zeit brauchen, lohnt sich dieses Modell. Alternativ auch für Kunden, die immer auf dem neuesten Stand sein wollen und nicht ständig kaufen und verkaufen möchten. Das Mietangebot ist zudem eine gute Möglichkeit, neue Produkte auszuprobieren.
Sowohl Privatpersonen als auch Geschäftskunden können Grover nutzen. Die Vorteile beschreibt Grover selbst wie folgt: flexibel, kosteneffizient und nachhaltiger. Dazu kommen weitere Leistungen: 90 % Kostenübernahme bei Schäden, keine Kaution und keine versteckten Kosten.
Bei der GoPro ist das Zubehör z. B. im Mietpreis inbegriffen, genauso wie eine ausführliche Produktbeschreibung. Grover vermietet nach eigener Aussage neue und neuwertige Produkte. Nach der Mietdauer muss man selbst die Daten löschen und die Einstellungen zurücksetzen. Die Verpackung muss aufbewahrt werden.
Mieten mit Grover stellt eine neue, unkomplizierte Alternative zum Kauf oder zur Finanzierung von Technik dar. Zur Produktpalette gehören über 2.000 Tech-Produkte – vom Smartphone über Laptops bis hin zu Gaming-, VR- und Smart-Home-Gadgets.
Und seit wann gibt es Grover?
Das Unternehmen wurde 2015 von Michael Cassau gegründet und ist Teil der „Access over Ownership“-Bewegung, zu der auch Firmen wie Netflix, Spotify oder Airbnb zählen.
Vorher war Michael Cassau bei Rocket Internet und davor bei Goldman Sachs tätig. Viel mehr ist über die Gründungsgeschichte nicht bekannt – außer, dass das Unternehmen anfangs byeBuy hieß.

Michael Cassau, CEO (Quelle: www.grover.com/presse)
Und wie groß ist Grover?
Die Grover Group GmbH ist einer der Marktführer im europäischen Miet-Commerce für Unterhaltungselektronik. Das Berliner Start-up wird heute von Thomas Antonioli (CFO) und Michael Cassau (CEO & Founder) geleitet.
Aufgrund geplanter Partnerschaften mit MediaMarkt, Saturn, Gravis, Conrad und Tchibo wurde die Internationalisierung zunächst etwas zurückgestellt. Mit einer neuen Finanzierungsrunde sollte 2020 die Expansion – mindestens in zwei weitere europäische Märkte – vorangetrieben werden. Seit Mitte September 2019 ist Grover bereits in Österreich verfügbar.
Kennzahlen (Stand im Text, potenziell veraltet):
- Kunden: 400.000
- Angebot: über 2.000 Produkte
- Mitarbeiter: ca. 100
- Investment: seit 2015 rund 103 Mio. €
- Märkte: Deutschland (seit 2015), Österreich (seit 2019)
Quellen:
www.grover.com
morgenpost.de
techcrunch.com

