Klappe zu und weg! Was passiert mit Kleidung aus dem Altkleidercontainer?

Artikel vom 16. Apr. 2020

Mit Thomas Ahlmann, Geschäftsführer des e. V. FairWertung, sprach ich über das Thema Kleidercontainer, Altkleiderverwertung und Faser-zu-Faser-Recycling.

Wenn man Kleidung nicht mehr braucht oder will, überlegt man, was man damit tun könnte: verschenken an Freunde und Bekannte, verkaufen auf einem Marktplatz oder an ein Re-Commerce-Unternehmen, die Kleidung bei Händlern in Zahlung geben, zum Secondhand-Shop in Kommission geben oder im Sozialkaufhaus spenden – oder, oder, oder. Es gibt so viele Möglichkeiten. Sicher ist: Nicht jedes Teil wird an diesen Orten angenommen, und die meisten dieser Optionen sind mit viel Aufwand verbunden. Viel Geld bringt das Ganze meist auch nicht, solange es sich nicht um Designer- oder Outdoor-Kleidung handelt. Als weitere Option bleibt dann oft der Altkleidercontainer um die Ecke.

Ich habe mich oft gefragt, was mit der Kleidung, die dort landet, wirklich passiert. Vor elf Jahren gab es zu dem Thema Altkleider eine Dokumentation, die viele Kontroversen hervorrief: Die Altkleiderlüge. Sie betrachtete die ganze Thematik sehr einseitig, aber die große Erkenntnis für den Zuschauer war: Die gespendete Kleidung wird weiterverkauft – und das schockierte viele.

Vor ein paar Wochen schickte mir meine Schwester eine aktuellere ZDF-Dokumentation zu dem Thema. Danach war ich wieder angefixt und hatte mehr Fragen denn je. Ich schrieb kurzerhand Herrn Ahlmann vom Dachverband FairWertung e. V., der auch in der ZDF-Dokumentation interviewt wurde.

Seit über 20 Jahren setzt sich der Dachverband FairWertung für einen verantwortungsvollen Umgang mit Altkleidern und mehr Transparenz beim Sammeln und Verwerten ein. Dazu hat FairWertung bereits früh Standards für das Sammeln von Textilien erarbeitet und umgesetzt.

Am 30.01. traf ich Thomas Ahlmann zum Kaffee und für ein Interview in Essen.

Thomas Ahlmann, Geschäftsführer von FairWertung e. V.

Welche Position haben Sie bei dem Verband und was tut der Verband genau?

Ich bin Geschäftsführer von FairWertung e. V. FairWertung ist ein Zusammenschluss von gemeinnützigen Altkleidersammlern. Wichtig ist, dass bei FairWertung ausschließlich gemeinnützige Organisationen organisiert sind. Insgesamt haben sich über 130 Organisationen bei FairWertung zusammengeschlossen. Dabei sind Straßen- und Containersammler sowie Betreiber von Secondhand- oder Gebrauchtwarenläden. Das Ziel war, ethische Richtlinien für die eigenen Sammlungen festzulegen.

FairWertung verfolgt u. a. das Ziel, Transparenz – auch für Spender und Konsumenten – zu schaffen: Wir wollen wahrheitsgemäß darüber aufklären, wie Alttextilspende und -abgabe funktionieren. Wir sind überzeugt, dass Transparenz Vertrauen schafft. Transparenz ist auch im ökologischen Sinne wichtig. Das finde ich sehr wichtig. Die Menschen müssen oder sollten erfahren, ob die Kleidung weiter genutzt, recycelt oder verbrannt wird!

Eine umfassende Liste der angeschlossenen Organisationen kann man auf Altkleiderspenden.de einsehen. Dort findet man auch alle Abgabestellen sowie Container von unseren gemeinnützigen Sammlern.

Ich interessiere mich ja heute vor allem für die Altkleidercontainer. Welche Arten von Kleidercontainern gibt es denn in Deutschland?

Hauptsächlich ist zwischen gemeinnützigen und kommerziell aufgestellten Containern zu unterscheiden. Mit den kommerziellen Sammlern arbeiten wir nicht zusammen. Aber ganz generell sollte man keine Textilien in Container werfen, die keinerlei Aufdruck haben. Nur eine Handynummer reicht nicht aus. Eine vollständige Adresse oder Kontaktdaten sollten auf dem Container, in den man etwas wirft, angegeben sein.

Tipp an dieser Stelle: Immer lesen, was auf dem Container steht. Hier zwei Beispiele: Beide Altkleidercontainer sind von regionalen Anbietern. Bei einem Container geht die Kleidung direkt an Bedürftige in der Region, bei dem anderen werden die Altkleider verkauft und der Erlös wird genutzt, um stabile Müllentsorgungsgebühren zu halten.

Regionale Sammler für Bedürftige in der Region
Regionale Altkleidercontainer für niedrige Gebühren der Entsorgungsdienstleistungen

Was passiert dann, wenn ich meine Kleidung dort eingeworfen habe?

Die Container werden abgeholt, also entleert. In der Regel werden die enthaltenen Textilien direkt in Sortierbetriebe gefahren. Die Erlöse aus dem Weiterverkauf an die Sortierbetriebe kommen dann den karitativen oder sozialen Zwecken der Organisationen zugute – sofern es sich um einen gemeinnützigen Container handelt.

Beim Sortierer wird der Inhalt des Containers, wie es der Name schon sagt, sortiert. Eine Sortierung ist wichtig, weil in so einer Sammlung ganz unterschiedliche Qualitäten und Sorten von Kleidung enthalten sind.

Was findet man in den Containern?

Derzeit liegt der brauchbare Teil der Kleiderspende bei ca. 60 %, Tendenz leider stark sinkend.

Davon sind 1–3 % sogenannte Cremeware, die Boutique-Qualität hat. Diese landet oftmals in westeuropäischen Secondhand-Läden. Je nach Qualität und Stil findet die Bekleidung ihre Abnehmer.

Für den Rest der noch tragbaren Kleidung gibt es eine große Nachfrage in Osteuropa und Afrika. Dorthin wird dieser Anteil je nach Bestellung verkauft.

Die Altkleider, die nicht mehr als Kleidung weiterverwendet werden können, werden ebenfalls in einem manuellen Prozess sortiert und dann zum Downcycling geschickt. Vom Malervlies bis zum Putzlappen wird aus den Altkleidern so einiges gemacht.

Was selbst nicht mehr zum Downcycling taugt, wird verbrannt.

Weitere 20 % des Inhalts von Kleidercontainern sind gar keine Textilprodukte. Da findet man dann auch so etwas wie Farbreste in Eimern, um deren Entsorgung wir uns dann ebenfalls kümmern dürfen.

Wie finanziert sich so eine Altkleidersammlung mit Containern? Das sind ja viele Arbeitsschritte.

Der Erlös aus dem Verkauf der ca. 60 % noch tragbarer Kleidung in einer Sammlung bzw. in einem Container deckt die Kosten für Abholung, Sortierung und Entsorgung. Das, was davon übrig bleibt, geht in die Projekte.

Gerade der Verkauf von Altkleidern nach Afrika hatte vor ca. zehn Jahren durch den Dokumentarfilm „Die Altkleiderlüge“ für viel Diskussion gesorgt. Hat sich da etwas verändert?

Afrika hat immer noch keine eigene relevante Textilindustrie. Trotzdem müssen oder wollen sich die Menschen dort modisch kleiden, weswegen afrikanische Händler bei uns die Altkleider aktiv einkaufen. Es ist nicht so, dass die Altkleider dort abgeladen oder verschenkt werden. Es ist ein Wirtschaftszweig.

Die neuere Alternative für diese Länder ist nun häufig nicht, wie man glaubt, der Aufbau einer eigenen Produktion, sondern der Kauf neuer Textilien aus Asien. Diese sind qualitativ ganz anders beschaffen als unsere Altkleider. Durch das häufige Waschen sind Altkleider meist frei von Schadstoffen, die Stoffe sind generell gut verarbeitet, schrumpfen also nicht mehr und verziehen sich nicht mehr. Besonders gilt das für ältere Stücke. Altkleider eignen sich zum Umnähen, was in Afrika sehr häufig gemacht wird, da westliche Größen nicht unbedingt denen der Menschen vor Ort entsprechen. Besonders Kleidung aus den USA wird normalerweise nicht 1:1 verkauft, sondern erst lokal umgearbeitet.

Was hat sich konkret verändert, seit Fast Fashion die Altkleiderspenden erreicht hat?

Früher reichte es, wenn man einen Altkleidercontainer einmal pro Woche abholte. Heute müssen wir das in den Städten zwei- bis dreimal tun. Man merkt, dass die Marken, die früher gerne gekauft und getragen wurden, nicht mehr so häufig im Warenkorb landen und deswegen auch seltener in den Sammlungen auftauchen. Stattdessen gibt es immer mehr Fast-Fashion-Produkte von minderer Stoffqualität.

Wir sammeln also immer mehr, das von immer schlechterer Qualität ist.

Es sind nicht immer nur die Stoffe selbst, die mindere Qualität haben und wegen denen man Ware nicht weiterverwenden kann; es können auch Nähte oder Reißverschlüsse sein, die schlecht verarbeitet sind und schnell kaputtgehen.

Durch diese Entwicklung verkleinert sich der Anteil der noch tragbaren Kleidung in den Kleiderspenden seit einigen Jahren. Das ganze System der Abgabe und Spende trägt sich aber über die noch tragbare Ware. Da davon mit der Zeit immer weniger in den Sammlungen landet, wird es immer schwieriger, den ganzen Prozess der Sortierung zu finanzieren.

Textilrecycling kann nur dann ohne den Weiterverkauf von Altkleidern bestehen, wenn der Verbraucher direkt oder indirekt für das Textilrecycling bezahlt.

Was passiert mit den Altkleidern, die nicht mehr tragbar sind? Sie gehen zum Downcycling oder zur Verbrennung, richtig?

Ja, richtig. Früher war das Downcycling ein Geschäft für die Sortierer, mit dem man noch etwas Geld verdient hat. Man konnte Firmen die unbrauchbaren Altkleider noch als Recyclingstoffe verkaufen. Heute gibt es davon so viel, dass man froh ist, wenn man einen Container unentgeltlich an die Downcycling-Firma abgeben kann. Heute ist es vielfach ein Zuschussgeschäft für die Sortierer, die froh sind, wenn sie einen Abnehmer finden.

So schnell, wie unser Konsum von Kleidung wächst, wächst unser Bedarf nach Putzlappen nämlich nicht unbedingt.

Ware, die man für gar nichts mehr verwenden kann, geht dann direkt in die Entsorgung bzw. Verbrennung? Was für Produkte sind das und wovon sollte ich als Kunde gleich lieber die Finger lassen?

Die Verbrennung möchte jeder Verwerter eigentlich unbedingt vermeiden, denn das kostet richtig Geld. Es ist aber einfach so, dass die Mengen an Textilien von minderer Qualität deutlich zugenommen haben. Auch landet Kleidung, die gerade nicht für das Downcycling gebraucht wird, in der Verbrennung, weil die Lagerkosten ihren Wert übersteigen. Ein weiteres Problem im Downcycling ist Kleidung mit Applikationen, z. B. mit Perlen oder Pailletten. Zum Beispiel landet ein Baumwoll-T-Shirt mit Polyesterpailletten und schlecht vernähten Nähten in der Verbrennung. Da lohnt sich die manuelle Arbeit nicht, die Pailletten wegzuschneiden oder das T-Shirt noch zu reparieren, um es weiterzutragen. Bei so einem Teil sollte man besser gleich vom Kauf absehen.

Zum Thema Recycling und Sortenreinheit: Inwiefern können Altkleider denn nun wirklich zur Produktion neuer Kleidung in unserem jetzigen System verwendet werden?

Um ehrlich zu sein, muss man sagen, dass lediglich weniger als ein Prozent der Textilien wieder zu neuen Garnen und damit zu Kleidung verarbeitet wird – und das weltweit.

Es gibt aktuell viele unterschiedliche Ansätze, um einen geschlossenen Textilien-Kreislauf herzustellen. Dabei werden sowohl mechanische als auch chemische Verfahren erprobt. Diese Verfahren haben aber alle eines gemeinsam: Sie funktionieren bisher nur im Labormaßstab. Für eine industrielle Produktion sind sie noch nicht marktreif.

Nehmen wir zum Beispiel Polyester – also Plastik, z. B. ein Laufshirt. Hier gibt es ein Verfahren, an dessen Ende man ein Polyestergarn hat, das qualitativ neuem Polyestergarn ebenbürtig ist. Allerdings ist das recycelte Polyestergarn deutlich teurer.

Offen ist auch die Frage, inwiefern Faser-zu-Faser-Recycling Sinn ergibt, wenn in diesen Prozessen enorme Energie aufgewendet werden muss.

Damit will ich nicht sagen, dass wir auf diesem Gebiet nicht deutliche Fortschritte machen müssen – im Gegenteil, das müssen wir dringend. Aber wir dürfen dabei den Konsum nicht aus den Augen verlieren. Wir müssen weg von der Wegwerfware Mode und wieder hin zu mehr Wertschätzung und damit auch zu mehr Langlebigkeit von Textilien kommen.

Bringt es etwas, die Pflege- und Materialetiketten in der Kleidung zu lassen? Würde das beim Sortieren helfen?

Nein, das bringt nicht viel, da diese Informationen zu oberflächlich sind. Sie beinhalten wenig über die tatsächliche Zusammensetzung des Materials. Es ist eher eine Verbraucherinformation, die eine Richtung hinsichtlich Pflege oder Verwendung vorgibt. Letztlich ist es auch zu aufwendig, bei jedem Stück die Zusammensetzung herauszulesen. Da gibt es aber durchaus Ideen, das digital auslesbar zu machen. Das wird der Weg sein.

Gut, damit hat sich gerade meine Idee, Kleidercontainer zu kleinen Sortierstationen umzugestalten, so wie man das bei Altglas kennt, auch schon erledigt.

Ja, diese Ideen gab es wirklich schon einmal. Aber wir denken nicht, dass Menschen auch nur zwischen „tragbar“ und „untragbar“ unterscheiden können, geschweige denn zwischen den Materialien. Das sieht man ja sogar bei der Mülltrennung, bei der immer noch viel falsch gemacht wird.

Manchmal kommt es mir auch so vor, dass Leute Kleidung, die kaputt ist, in Kleidercontainer werfen, weil sie nicht wissen, wo sie sonst damit hin sollen. Was sollte man mit Kleidung tun, die kaputt ist?

Dafür gibt es eigentlich noch keine einheitliche Regelung. Ich kann es so auch nicht beantworten. Aber die gemeinnützigen Altkleidercontainer sind Spendencontainer und nicht dafür gedacht, Textilien zu entsorgen.

Wir haben derzeit keine bundesweite Lösung dafür, wie aufgetragene Kleidung entsorgt werden soll. Einige Textilproduzenten bringen all diese minderwertigen Kleidungsstücke in Umlauf, ohne Verantwortung dafür zu übernehmen, was nach der Nutzung damit passieren soll.

Viele Unternehmen beginnen jetzt, Kleidung zurückzunehmen oder sogar zurückzukaufen. Was halten Sie davon?

Im Grunde unterstütze ich alles, was Kleidung länger in der Verwendung hält. Aber wenn die Intention dahinter ist, Gutscheine herauszugeben, damit der Kunde wieder mehr Neuware kauft, ist das nicht zielführend. Auch halte ich nicht viel davon, dass jedes Unternehmen sich einen eigenen Prozess und eine eigene Lösung einfallen lässt. Ich bin der Meinung, hier ist eine Gesamtlösung gefragt, die sich um den Teil unserer Kleidung kümmert, der nicht mehr tragbar ist, damit sie effizient recycelt werden kann – in einem Gesamtsystem und nicht in vielen kleinen Mikrosystemen. Ich persönlich glaube, wir brauchen die große Lösung, die Branchenlösung. Wir brauchen z. B. Ökodesign-Richtlinien. Wir brauchen am Ende neue Technologien für echtes Faser-zu-Faser-Recycling. Das wiederum bedeutet, dass wir Technologien brauchen, die Informationen entlang der Lieferkette bereitstellen.

Dann wird der Wert von Altkleidersammlungen hoch sein, weil es dann ja nichts „Kaputtes“ mehr gibt. Dann gibt es ausschließlich Wertstoffe. Da müssen wir ankommen.

Gibt es dazu einen geleiteten Diskurs in Deutschland, bei dem man versucht, eine gemeinsame Branchenlösung zu finden, oder finden Begegnungen eher zufällig und selbstorganisiert zwischen den einzelnen Akteuren statt?

Wir, FairWertung, sind z. B. Mitglied im Textilbündnis Deutschland. Dort sitzen wir mit ca. 50 % der deutschen Textilhersteller zusammen und sind mit Marken in Kontakt. Wir als Verband haben dort versucht, das Thema Downstream, also das Ende des Produktlebenszyklus inklusive Themen wie Recycling- bzw. Entsorgungsprobleme, stärker zu platzieren. Wir stehen da am Anfang, merken aber ein echtes Interesse unterschiedlicher Unternehmen, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Derzeit geht es beim Textilbündnis aber vor allem noch um das Thema Lieferketten und Sorgfaltspflichten.

Also sollten wir Ihrer Meinung nach die Dinge so lange wie möglich verwenden und dann so viel wie möglich recyceln, wenn ein Kleidungsstück am Ende seines Lebens ist?

Ja. Das ist das Beste, was wir momentan tun können. Es ist im Grunde erstaunlich, wie wenig die Branche, aber auch wir als Gesellschaft, uns bisher damit beschäftigt haben, was am Ende mit unserer Kleidung passiert. Wir haben derzeit keine ökologisch sinnvolle Lösung für das Ende der Nutzungskette, konsumieren aber weiter auf Rekordniveau. Unsere Lösung dieses Problems ist derzeit: verbrennen. Und die neue Lösung soll nun Recycling sein. Und um das hier noch einmal klar zu sagen: Recycling ist keine ökologische Wunderwaffe. Auch hier werden neue Ressourcen und Energie eingesetzt. Wir müssen als Gesellschaft unseren Konsum überdenken. Das wird am Ende die nachhaltigste Lösung sein.

Zum Schluss noch eine Frage aus eigenem Interesse. Ich bin ja ein Fan des Cradle-to-Cradle-Prinzips. Was halten Sie von kompostierbarer Mode?

Generell eine gute Idee. Auf jeden Fall charmanter als die Verbrennung. Aber ich bevorzuge den Gedanken, dass die Produkte nach ihrem Lebenszyklus gleich wiederverwendet werden können, da wir die Ressourcen ja schon einmal gebunden und verarbeitet haben. Solche Faser-zu-Faser-Konzepte finde ich also attraktiver, als erst wieder den Weg über eine Pflanze zum Rohstoff und dann zum Garn zu gehen. Faser-zu-Faser scheint mir einfach effizienter, da auch im Anbau von Naturmaterialien viele Ressourcen wie Land, Wasser und Dünger eingesetzt werden.

Vielen Dank an Thomas Ahlmann für dieses aufschlussreiche Interview und noch einmal den indirekten Reminder: keinen Müll zu kaufen, egal wie hübsch und bunt er funkelt.

Nach diesem Gespräch fühlte ich mich erst sehr erschlagen und ernüchtert. Der Ansatz, den ich jahrelang verfolgt hatte, keine Kleidung aus Mischstoffen zu kaufen, schien mir jetzt eher sinnlos gewesen zu sein. Trotzdem tröstete es mich etwas, dass nur wenige Kleidungsstücke bei mir kaputtgehen. Stoffqualität war mir schon immer wichtig gewesen, und ich hoffe sehr, dass aus meiner alten Kleidung, wenn sie nicht noch getragen worden ist, wenigstens etwas Neues entstanden ist – und wenn es nur Putzlappen waren.

Und denkt daran: Es spielt durchaus eine Rolle, welchen Altkleidercontainer ihr wählt, um eure Sachen zu spenden!