Artikel wurde am 30.06.2020 aktualisiert
Artikel vom 29. Jan. 2020
Fahrräder zu mieten kennt man entweder als Tourist auf Städtetour oder in Form von Bike-Sharing-Angeboten der Deutschen Bahn und anderer Anbieter. Swapfiets ist aber irgendwie neu und anders. „Swapfiets“ ist niederländisch und bedeutet „Fahrradwechsel“ – und das Konzept ist ein bisschen wie bei Spotify oder Netflix: Man zahlt monatlich eine Gebühr und hat immer ein funktionierendes Fahrrad, ganz ohne Stress und Sorgen. Zumindest ist das die Idee hinter Swapfiets.

Sichtbar sind alle Fahrräder von Swapfiets durch den markanten blauen Vorderreifen. Achtet mal darauf, wie viele ihr schon in eurer Stadt sehen könnt!

Quelle: startupvalley.com
Was machen die genau?
Um genau zu sein: Man schließt quasi ein Fahrrad-Abo bei Swapfiets ab. Das kann man online machen oder auch in einem ihrer Partnershops. In Deutschland ist das mittlerweile in rund 30 Städten möglich.
Und so funktioniert es: Du mietest ein Fahrrad (meist das Standardmodell) mit 7 Gängen, Vorder- und Hinterradbremse sowie Doppelschloss von Axa. Weiter unten siehst du weitere Fahrzeuge, die – je nach Stadt – angeboten werden.

Es wird dir innerhalb eines Tages kostenlos geliefert. Pro Monat kostet das 19,50 Euro, und du kannst dein Abo monatlich kündigen. Sollte das Rad kaputtgehen, nimmst du mit Swapfiets per App, WhatsApp, Telefon oder E-Mail Kontakt auf, und innerhalb eines Tages wird das Fahrrad ausgetauscht oder direkt vor Ort repariert – solange du dich in einer Stadt befindest, in der Swapfiets verfügbar ist. In manchen Städten gibt es auch Partnerwerkstätten.
Solange das Abonnement läuft, kümmern sich diese um die Instandhaltung des Fahrrads und reparieren alles, was kaputt ist. Zwischen 8 und 22 Uhr gibt es zudem eine Erreichbarkeitsgarantie. Im Falle eines Diebstahls muss der Kunde allerdings 60,00 Euro zahlen und erhält dann innerhalb eines Tages ein „neues“ Rad.
Seit Juni 2020 gibt es in mehreren Städten neben dem Standardfahrrad auch ein Hollandrad, einen E-Scooter, ein E-Bike und sogar zwei E-Roller, die man vorbestellen kann. In Berlin gibt es seit diesem Monat alle sechs neuen Produkte.
Außerdem bietet Swapfiets Kooperationen mit Firmen an, die ihren Mitarbeitern ein Fahrrad mit klaren Kosten und einfacher Finanzierung zur Verfügung stellen möchten.
Und seit wann gibt es Swapfiets?
Das Konzept kommt aus den Niederlanden. Die Idee stammt von ein paar Freunden, die Probleme hatten, ihre Fahrräder instand zu halten. Richard Burger, Martijn Obers und Dirk de Bruijn gründeten das Unternehmen in Delft, wo sie an der Technischen Universität studierten.
2014 schrieben sie gemeinsam ihre Abschlussarbeit. Danach starteten sie eine Facebook-Gruppe und kauften 140 Fahrräder von einem „Fahrradschrottplatz“ (dort landen herrenlose Fahrräder). Ihr erster Kunde hat übrigens bis heute ein Abo.
2016 produzierten sie dann zusammen mit Herstellern wie Gazelle und Kalkhoff – unter dem Dach der Pon Bicycle Group – ihre ersten eigenen Fahrräder. Ein Manager von Pon wechselte später zu Swapfiets, und die Venture-Capital-Sparte des Unternehmens investierte in das Start-up und dessen Internationalisierung.
2016 abonnierte bereits jeder vierte Studienanfänger in Delft (ca. 1.000 Personen) ein Swapfiets-Fahrrad.
Quellen:
https://swapfiets.de/
bloomberg.com
forbes.com






