Artikel vom 17. Juli 2020
VinoKilo ist ein 2016 gegründetes Start-up, das auf Pop-up-Events in ganz Europa Vintage-Kleidung zum Kilopreis verkauft. Hierbei spricht das Unternehmen junge, modische und umweltbewusste Menschen an, die nicht in muffigen Secondhand-Stores oder Flohmärkten einkaufen wollen. Für sie organisiert VinoKilo Pop-up-Events und betreibt mittlerweile auch einen Online-Shop, in dem gut erhaltene Marken- oder No-Name-Einzelstücke zum Kilopreis verkauft werden.

Wie funktioniert VinoKilo genau?
Im Gegensatz zu anderen Secondhand-Konzepten kam VinoKilo bis Ende 2020 trotz Corona ohne permanent angemieteten Laden aus. VinoKilo setzte auf Verkaufsevents, die eher kleinen Partys, Konzerttouren oder Ausstellungen gleichen. Wie eine Partyreihe kündigen sie ihre Verkaufsevents anhand eines Veranstaltungskalenders auf ihrer Webseite und auf den Social-Media-Kanälen an. Für die Events kann man sich sogar Tickets holen, die aber nicht verpflichtend sind. Alle Termine findet ihr hier.
Die Pop-up-Events fanden in unterschiedlichen Städten in ganz Europa statt, bei entsprechendem Wetter im Freien oder auch in großen Hallen. Im Unterschied zu den sonstigen Stückpreisen wird die Kleidung am Ende des Einkaufs gewogen und für meist 40 € pro Kilo verkauft. Also eigentlich genauso, wie der Einkauf von Alttextilien funktioniert.
Man kauft sortierte Altkleider nach Qualität „Creme“ per Kilo ein, legt sie auf Tische und lässt die Kunden heraussuchen, was ihnen gefällt, und verkauft es im Kilo weiter. Das erspart das Auspreisen nach Einzelstücken und damit eine ganze Menge Arbeit für das VinoKilo-Team.
Man findet bei VinoKilo hauptsächlich Vintage-Kleidung und Accessoires aus den 60ern–90ern.
Bei entspannter Atmosphäre mit Live-Musik, Kaffee, kalten Getränken und vor allem Wein präsentiert VinoKilo damit eine neue Art von Einkaufen – abseits von Stress und Massenkonsum, aber sehr ähnlich zu dem SOEX-Konzept Pick & Weight (hierzu werde ich später nochmal etwas schreiben).
Ende 2020 setzte VinoKilo durch die Pandemie verstärkt auf den Online-Verkauf und seit Anfang 2021 verkauft VinoKilo auch als Partner bei About You.
VinoKilo-Event – Quelle: SumUp
Woher stammt die Kleidung?
Die Kleidung kommt aus Altkleiderhallen bzw. aus Altkleidersortierungen aus ganz Europa, in denen hauptsächlich Kleidung aus Altkleidercontainern gelagert wird. Die Ware wird kuratiert, auf Mängel überprüft und anschließend gereinigt, bevor sie in den Verkauf genommen wird.
Seit wann gibt es VinoKilo?
VinoKilo wurde 2016 von dem damals 26-jährigen Robin Balser gegründet. Während seines Studiums in Groningen organisierte er bereits Kleidertauschevents auf etwa 100 qm Fläche. Nach kurzfristiger Kündigung des Vermieters war es notwendig, die Kleidung schnellstmöglich abzuverkaufen und damit kam die Idee, Vintage-Kleidung zum Kilopreis zu verkaufen.
Später entstand daraus das Konzept, große Pop-up-Events zu organisieren, um der Umwelt sowie dem Geldbeutel der Käufer etwas Gutes zu tun.

Robin Balser, Gründer und CEO von VinoKilo – Quelle: SumUp
„Ich finde, dass die Wertschätzung der Kleidung der wichtigste Ansatz ist. Kleidung wird heutzutage teilweise unter schlechten Arbeitsbedingungen und mit einem hohen Ressourcenaufwand hergestellt. Wenn man sich damit auseinandersetzt, wird einem bewusst, wieso man zumindest achtsamer einkaufen sollte.“
Wie groß ist VinoKilo heute?
Das Unternehmen beschäftigt mittlerweile mehr als 100 Mitarbeiter und hat seinen Sitz in Mainz.
Bis heute veranstaltete das Unternehmen 317 Pop-up-Events unter anderem in Italien, Luxemburg, Österreich und Deutschland. Nach eigenen Aussagen konnten daher 217.500 Kilo an Kleidung verkauft, 3,9+ Tonnen an CO₂-Emissionen, 522.653 m³ Wasser und 30.044.800 Megajoule an Energie eingespart werden.
Quellen:

