Eine Mitarbeiterin hält einen Etikettendrucker und ein Smartphone mit Preisetikett vor ein aufgehängtes Hemd

Minimist: Mit KI zum Secondhand-Verkauf per Foto

Vor ca. vier Jahren durfte ich ein kleines Projekt mit dem Deutschen Roten Kreuz und eBay Charity machen. Das Thema war, wie Ehrenamtliche in den Charity Shops Dinge für den Online-Verkauf aus eBay Charity aussuchen, richtig digital aufbereiten und Preise setzen. Das Projekt war nicht sehr erfolgreich, da es zu viele Schritte und Entscheidungen auf dem Weg gab, die dazu geführt haben, dass 1. die Teile, die online gestellt wurden, aus dem Verkauf genommen werden mussten, weil sie sonst im Store verkauft würden und die Ehrenamtlichen vergessen würden, sie bei eBay herauszunehmen, und dass sie 2. meist die Bilder nicht gut genug für den Online-Verkauf machten und 3. die Preise oft falsch setzten.

Das Start-up Minimist ist nun ein Game Changer, gerade für Charity Shops, die mit Ehrenamtlichen zusammenarbeiten. Deswegen freue ich mich sehr, euch das Unternehmen heute vorzustellen:

Minimist Logo

Was macht Minimist?

Minimist ist eine Software, die Secondhand-Läden hilft, gespendete Waren schneller zu erfassen, fair zu bepreisen und online zu verkaufen. Ein Scan reicht: Unsere KI schlägt den Preis vor, druckt das Etikett und listet den Artikel automatisch im eigenen Webshop sowie auf Marktplätzen wie eBay, Etsy oder Shopify.

Eine Mitarbeiterin hält einen Etikettendrucker und ein Smartphone mit Preisetikett vor ein aufgehängtes Hemd
Foto: Minimist
Hände halten ein Smartphone mit einem Preisvorschlag in der Minimist-App
Foto: Minimist
Etikettendrucker mit ausgedrucktem Preisetikett mit Preis und QR-Code
Foto: Minimist

Für wen ist Minimist gedacht?

Vor allem für Charity Shops und gemeinnützige Secondhand-Händler, also Organisationen, die mit dem Verkauf von Spenden soziale Projekte finanzieren. Unser Leitsatz: „Helping people who help people.“

Zwei lachende Frauen vor einer Kleiderstange halten ein Smartphone
Foto: Minimist

Wie ist Minimist entstanden?

Aus der Beobachtung, dass Konsum super ineffizient ist – die besten Sachen gibt es zum besten Preis meistens um die Ecke (gebraucht). 93 % der Secondhand-Ware (oder mehr) schaffen es nicht online. Dieses Problem wollten wir lösen.

Ein Smartphone zeigt das Foto eines Kleidungsstücks, davor hängt das Hemd auf einem Bügel
Foto: Minimist

Seit wann gibt es Minimist und wo seid ihr aktiv?

Unser Sitz ist in Wien. Seit unserem Markteintritt vor rund einem Jahr arbeiten wir mit über 30 Charity-Händlern in Großbritannien, Irland, Deutschland, Österreich und Australien, darunter Salvation Army Australia (Salvos Stores), Vision Ireland und British Heart Foundation (größter Charity-Retailer UK). Gründungsjahr: 2024.

Wie groß ist das Team?

Wir sind rund 10 Personen, verteilt auf Österreich, Großbritannien, Rumänien und Australien.

Das Minimist-Team sitzt gemeinsam auf dem Boden eines hellen Raums
Foto: Minimist

Wo seht ihr Minimist in fünf Jahren?

Wir wollen das Standardwerkzeug für gemeinnützigen Secondhand-Handel weltweit sein, sodass jeder gespendete Artikel ein zweites Leben findet und möglichst viel Geld für den guten Zweck erzielt.

Was wäre das Beste, was Minimist passieren könnte?

Dass Secondhand zur selbstverständlichen ersten Wahl wird. Unsere Vision ist eine Zukunft, in der Secondhand die Normalität ist.

Was würdet ihr Kund:innen gerne direkt sagen?

Kauft Secondhand in Charity Shops, online wie im Laden: Ihr spart Ressourcen und unterstützt gleichzeitig soziale Projekte. Über Minimist haben unsere Partner bisher rund 1.500.000 Euro zusätzlich für ihre Anliegen eingenommen.

Die Fragen wurden von Anna Greil beantwortet. Vielleicht kommt euch der Name bekannt vor: Anna war auch die Gründerin von Uptraded, einer Kleidertauschplattform, die leider eingestellt wurde.